Blog de Jean-Laurent Redondo – Résolument à gauche

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Vom „Ende der Geschichte“ zur „Zeit der Raubtiere“: Der Niedergang der westlichen Vorherrschaft und die Aufgaben der Linken

PUBLIÉ LE 01/10/2026 PAR Jean-Laurent Redondo

Vom „Ende der Geschichte“ zur „Zeit der Raubtiere“: Der Niedergang der westlichen Vorherrschaft und die Aufgaben der Linken

Frank Deppe gehört zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der zweiten Generation der marxistisch geprägten Marburger Schule um Wolfgang Abendroth. 1 Diese wissenschaftliche und politische Tradition, die marxistische Analyse eng mit den Kämpfen der Arbeiterbewegung verband, hat auch mein politisches Denken seit meiner Jugend wesentlich geprägt. Von 1972 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2006 lehrte Deppe Politikwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Geschichte der Arbeiterbewegung, die politische Soziologie der Gewerkschaften, die europäische Integration und die internationale politische Ökonomie. Der hier besprochene Text erschien am 1. September …

Tags : Friedensbewegung, Imperialismus, Klassenkampf, Krieg, Militarismus, Sozialismus

Zeitenwende ohne Kompass – Warum linke Parteien ihre antimilitaristische Identität verteidigen müssen

PUBLIÉ LE 18/05/2025 PAR Jean-Laurent Redondo

Zeitenwende ohne Kompass – Warum linke Parteien ihre antimilitaristische Identität verteidigen müssen

In dem Artikel „Die Linke in der Zeitenwende“, veröffentlicht am 10. April 2025 im Jacobin Magazin, kommt Prof. Dr. Michael Brie – deutscher Philosoph, Sozialwissenschaftler und derzeit Senior Fellow am Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin – zu folgendem Befund: „Die zweite Ursache dafür, dass die Linke in der Europäischen Union bisher keine gemeinsame Position in den Fragen von Krieg und Frieden, Verteidigung und gemeinsamer Sicherheit, USA und NATO, dem Verhältnis zu Russland und China entwickeln konnte, liegt im Verlust einer eigenen ideologischen Identität jenseits des Liberalismus.“ Eine verlorene Orientierung Beim Lesen dieses Satzes denkt man unweigerlich an …

Tags : déi Lénk, Friedensbewegung, Krieg, Linkspartei, Militarismus, Ukraine

Missbrauch der Geschichte: Warum Waffenlieferungen keine linke Antwort sein können

PUBLIÉ LE 28/04/2025 PAR Jean-Laurent Redondo

Manipulation de l’histoire : pourquoi les livraisons d’armes ne peuvent pas être une réponse de gauche / Missbrauch der Geschichte: Warum Waffenlieferungen keine linke Antwort sein können

Der Krieg in der Ukraine hat viele politische Gewissheiten erschüttert – auch in der Linken. In der Empörung über die russische Aggression gerät schnell aus dem Blick, dass Waffenlieferungen kein neutrales Mittel sind. Sie folgen einer Logik, die Kriege verlängert, geopolitische Machtinteressen verstärkt und soziale Ungleichheiten vertieft. Eine Linke, die an ihren Grundsätzen von Internationalismus, Frieden und sozialer Gerechtigkeit festhält, kann sich dieser Logik nicht anschließen. Mehr denn je braucht es eine klare Position: gegen Waffenlieferungen, für Diplomatie und für eine Politik, die das Leben der Menschen über geopolitische Machtspiele stellt. Auf dem jüngsten Kongress der Luxemburger Linkspartei …

Tags : déi Lénk, Friedensbewegung, Geschichte, Krieg, Russland, Ukraine

Über Krieg, Frieden und Euromaidan

PUBLIÉ LE 25/04/2025 PAR Jean-Laurent Redondo

Über Krieg, Frieden und Euromaidan

Ich stimme folgender Passage aus Ali Ruckerts am 23. April 2025 in der Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek erschienenem Leitartikel zum diesjährigen Ostermarsch weitgehend zu: „Leider muss man eingestehen, dass die Kriegshetzer und Aufrüstungsfanatiker von damals seither viel Zulauf bekommen haben. Die Grünen, die zusammen mit den Kommunisten und linken Sozialdemokraten für Abrüstung demonstrierten, sind zu den Falken übergelaufen und unterstützen die Rekordaufrüstung, die von der Dreierkoalition von DP-LSAP-Déi Gréng angekurbelt wurde und von der CSV/DP-Regierung fortgesetzt wird. Das tut seit langem auch die LSAP, der die Déi Lénk nacheifert, indem sie eine »Europaarmee« befürwortet und Waffen für die …

Tags : Friedensbewegung, Imperialismus, Klassenkampf, Krieg, Russland, Ukraine

Karl Marx

« Les philosophes n’ont fait qu’interpréter le monde de différentes manières, ce qui importe c’est de le transformer. »

— Karl Marx

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anticapitalisme Antifaschismus antifascisme antimilitarisme Antimilitarismus antiracisme Arbeiterbewegung crise sanitaire déi Lénk Friedensbewegung féminisme guerre histoire historischer Materialismus hégémonie idéologie Imperialismus impérialisme Israël justice sociale Klassenkampf Krieg LGBTQIA+ Linkspartei lutte des classes Luxembourg Marxismus militarisme Militarismus mouvement pour la paix mouvements sociaux Moyen-Orient Neoliberalismus néolibéralisme OTAN Palestine parti de gauche Rechtspopulismus Russie Russland Sozialismus Ukraine Union européenne État État-providence

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Jean-Laurent Redondo
1 jour il y a

Vollkommen auf den Punkt gebracht! 📌Wir bemühen uns, uns nicht allzu sehr an der „Antisemitismusdebatte“ zu beteiligen, weil sie in Deutschland fast immer bedeutet, dass man an dem Film im deutschen Kopfkino teilnimmt. Davon hatten und haben wir mehr als genug.

Seit die "Debatte", also Hetzkampagne, über „Antisemitismus in der Linken“ vor und nach den Berliner Wahlen begonnen hat, haben wir von keiner einzigen Äußerung und keiner einzigen Handlung aus dem linken Spektrum gehört, die antisemitisch gewesen wäre. Das ganze Gerede ist fiktiv und Teil eines langen Prozesses, in dem zunächst Antisemitismusvorwürfe erhoben werden, um anschließend jahrelang darüber zu diskutieren, „wo der Unterschied zwischen Israelkritik und Antisemitismus liegt“. Und jetzt stellt man nicht einmal mehr diese Frage: Alle wissen und reden über etwas, das gar nicht existiert, und diskutieren darüber, als wäre es real.
Genauso gut könnte man eine „Debatte“ darüber führen, ob Feministinnen Männer hassen, vergewaltigen oder umbringen und man deshalb eine Koalition mit Feministinnen verbieten müsse – während Männer noch mehr Macht anhäufen,Femicide steigen, patriarchale Parteien und Institutionen gründen und jene Orte zerschlagen, an denen Frauen heute mehr Macht haben als früher. Darum geht es bei dieser „Debatte“.
Deshalb bringen wir die Reaktion von Cansın Köktürk auf diese Anschuldigungen. Sie ist die einzig angemessene Reaktion und ähnelt der Antwort von Zack Polanski an Andy Burnham, der eine künftige Koalition mit den Grünen ausschließt – und damit denselben Weg einschlägt wie die SPD Berlin/Deutschland, die wie die Labour immer weiter verschwindet.
Polanski erinnerte ihn daran, dass er der einzige jüdische Parteivorsitzende in GB ist und weder Waffen noch Unterstützung für den Genozid bereitstellt. Mit anderen Worten: Hier gibt es überhaupt nichts zu diskutieren. Er engagiert sich nicht in "Debatten" darüber.
Der Ausschnitt, den wir in den Kommentaren verlinken und der aus der Sendung „Hart, aber fair“ stammt, ist ein Beispiel für Propaganda, die sich als „Debatte“ tarnt.
Die Sprecherin, Miriam Weissband, die durchaus Charme und rhetorisches Geschick besitzt, betreibt schlicht Propaganda im Gewand einer Diskussion.
Die gesamte Rahmung beruht auf der Behauptung, es gebe Antisemitismus in der Linken. Niemand macht sich die Mühe, Belege vorzulegen, denn wir leben in einem deutschen Film, in dem man aus Juden wie üblich politisches Kapital schlagen will.
Und dann:
1. Weissband beginnt mit Jiddischkeit. Im Judentum gibt es das Konzept „Elu we-Elu“ (אֵלּוּ וָאֵלּוּ; und nicht „Ele we-Ele“, wie sie es ausspricht). Sie erklärt dem Publikum, das bedeute, dass „viele Dinge gleichzeitig wahr sein können“.
Das stimmt natürlich manchmal, aber es ist keineswegs das, worum es beim Konzept „Elu we-Elu“ geht. Aber es ist Jiddischkeit, und die Deutschen lieben so etwas. Ein hervorragender Appetithappen: Da haben wir eine „gute Jüdin“, die an der Diskussion teilnimmt und differenziert ist, so wie es Liberale mögen.
Das Konzept „Elu we-Elu“ bedeutet Folgendes (Links in den Kommentaren, auch auf Englisch für alle, die sich näher damit beschäftigen möchten):
„Rabbi Abba sagte im Namen von Schmuel: Drei Jahre lang stritten die Schule Schammais und die Schule Hillels miteinander. Die einen sagten: Die Halacha entspricht unserer Auffassung. Die anderen sagten: Die Halacha entspricht unserer Auffassung. Da ertönte eine Himmelsstimme und verkündete: Diese und jene sind Worte des lebendigen Gottes, doch die Halacha folgt der Schule Hillels.“
Das bedeutet: Es gibt eine Halacha, eine verbindliche religiöse Norm, und man kann nicht einfach alles gelten lassen. Weissband nimmt den ersten Teil des Satzes („Diese und jene“) und lässt das Ende weg: „Doch die Halacha folgt der Schule Hillels“.
Es geht hier nicht darum, dass es einerseits völlig in Ordnung sei, eine pro-palästinensische Bewegung zu unterstützen, wir andererseits aber Angst hätten. Es gibt eine Halacha, und nach dieser Halacha gibt es kein beliebiges „Einerseits“ und „Andererseits“, in dem man weiter den Massenmord verübt.
2. Nachdem sie den Rest des Zitats unterschlagen hat – ein typisches Vorgehen, wenn man etwas aus dem Zusammenhang reißt –, fährt sie mit paranoiden Vorstellungen fort, die zur eigentlichen Grundlage der Diskussion werden. Die pro-palästinensische Bewegung sei verständlich und berechtigt, aber es gebe Kräfte, die sie im Verborgenen in eine antisemitische udn radikale Bewegung unterwandern.
Millionen Menschen auf der ganzen Welt seien also einfach naiv angesichts eines Völkermords, dessen Bilder sie ständig mit sich herumtragen. Sie waren zuvor nicht israelfeindlich und seien es erst durch das geworden, was Israel tut, und als Folge davon. Aber Weissband weiß es dank ihrer brodelnden Fantasie besser: Diese Naivität – denn was könnte naiver sein, als gegen massenhafte Tötungen zu sein? – werde von dunklen Mächten ausgenutzt.
Wer sind diese Kräfte? Gibt es irgendeinen Beweis dafür? Sind all die Tausenden von Jüdinnen und Juden, die sich an dieser Solidaritätsbewegung beteiligen, etwa allesamt naiv? die antikoloniale Aktivist:innen auch? die Prister:innen, Ärzt:innen, Jurist:innen und andere auch?
Dafür gibt es keine Belege. Es ist paranoide Fantasie. Anschließend erzählt sie, dass sie und ihre Familie Angst hätten. Natürlich. Paranoide Fantasien gehen mit Angst einher. Das gehört zu dem Pakt, den paranoide Individuen und Gruppen eingehen. Daneben gibt es viele andere Gründe, dass Juden und Jüdinnen Angst haben, denn natürlich nicht alle paranoid sind (die Presse will uns aber paranoid machen).
3. Diese Angst wird zum Mittelpunkt der „Debatte“, ohne die Realität zu betrachten. Wir hören diese "Debatten" über Antisemitismus in der Linke, während weltweit Muslime, Migranten, Moscheen und Synagogen von Menschen aus dem rechten Spektrum angegriffen werden und Menschen dabei getötet werden.
Ohne Belege dafür, nur so: ...

Vollkommen auf den P
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Jean-Laurent Redondo
2 jours il y a

N’en déplaise aux fascos français, la prise de fonction d’Ana Correia da Veiga comme députée constitue une avancée pour le Luxembourg. No pasarán ! ✊ ...

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Jean-Laurent Redondo
2 jours il y a

In tribute to Thomas Sankara, a leading figure in African liberation and the anti-imperialist struggle. His fight for peoples’ sovereignty, social justice and human dignity remains a source of inspiration. ✊“Imperialism is a system of exploitation that occurs not only in the brutal form of those who come with guns to conquer territory. Imperialism often occurs in more subtle forms, a loan, food aid, blackmail. We are fighting this system that allows a handful of men on Earth to rule all of humanity.”

We salute the great pan-Africanist icon and leader of the Burkinabe revolution Thomas Sankara on his martyrdom day. He was assassinated on 15 October 1987 during a coup backed by the CIA and the French government. ...

In tribute to Thomas
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Jean-Laurent Redondo
2 jours il y a

Ganz richteg, Serge! ...

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Jean-Laurent Redondo
3 jours il y a

Nico spricht mir aus dem Herzen. Seit vielen Jahren kann ich der Positionierung großer Teile der deutschen Linken im Nahostkonflikt nur mit Kopfschütteln begegnen. Die meisten Linken in Luxemburg und auch in anderen europäischen Ländern können eine konsequente Ablehnung jeder Form von Antisemitismus mit einer antizionistischen, zionismuskritischen oder zumindest gegenüber der israelischen Regierung kritischen Haltung verbinden. Beides steht nicht im Widerspruch zueinander!

Meine Solidarität gilt allen Berliner Genoss:innen, die sich derzeit einer widerlichen medialen und politischen Kampagne widersetzen. Dabei werden Antisemitismusvorwürfe instrumentalisiert, um Die Linke nach ihrem großartigen Wahlerfolg in die Defensive zu drängen und die Umsetzung ihres Wahlversprechens »Berlin bezahlbar machen« zu erschweren. Dazu gehört insbesondere die Vergesellschaftung der Wohnungsbestände großer Immobilienkonzerne – ein Vorhaben, das der deutschen Bourgeoisie ein Dorn im Auge ist.
————————————
Mein in Marburg lebender Luxemburger Genosse Nico Biver schrieb auf Facebook:
»Linke, Sozialdemokraten und Grüne beantragen Sanktionen gegen Israel
Jetzt erschrecken sie nicht. Das passiert gerade in Luxemburg. In Deutschland, das in einer parallelen Welt lebt, was den Nahostkonflikt angeht, würden in allen drei Parteien die Betreiber einer solchen Politik, vermutlich wegen Antisemitismus ausgeschlossen.
In Luxemburg ist das aber, wie fast überall auf der Welt, Normalität.
Die drei Parteien, Déi Lénk, LSAP (Sozialdemokraten) und Déi Gréng, die bereits erfolgreich dafür geworben hatten, dass Luxemburg Palästina als Staat anerkennt (was vor einem Jahr passiert ist) wollen drei Gesetzesanträge einbringen. Sie fordern:
* ein Waffenembargo gegen Israel
* ein Verbot von Importen aus den israelisch besetzten Gebieten
* die Befugnis der Finanzaufsichtsbehörde CSSF, die Emission israelischer Schuldtitel über Luxemburg zu untersagen und
* und ein nationales Rahmengesetz zur Ermöglichung autonomer Sanktionen.
Anbei eine Meldung von RTL auf Englisch. Alle anderen Berichte z.B. von der gemeinsamen Pressekonferenz sind auf Luxemburgisch.
today.rtl.lu/news/luxembourg/opposition-parties-demand-luxembourg-take-action-on-palestine-165453... «. ...

Nico spricht mir aus
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